Das deutsche Jahr
Innenansichten der Wiedervereinigung 1989/1990

Autor: Claus J. Duisberg
Seiten: 392
Format: 13,5 x 21,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag

Preis: 12,9 € (D), 13,9 € (A), 23,9 sFr

ISBN: 9783937989099

Erscheinungsdatum:
September 2005

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Noch immer sind die Bilder der fallenden Schlagbäume an den Grenzübergängen, der jubelnden Massen auf der Mauer am Brandenburger Tor und der sich stauenden Trabis auf dem Kurfürstendamm im kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Inzwischen ist die Euphorie verflogen, und es sind vor allem die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der deutschen Einheit, die den Freudenrausch von damals in Ernüchterung gewandelt und vehemente Kritik an den Entscheidungen der politischen Akteure hervorgerufen haben. Aber gab es angesichts der Dramatik des innen- und außenpolitischen Umbruchs wirklich ernst zu nehmende Alternativen? Wäre es möglich gewesen, das Tempo der Wiedervereinigung zu drosseln, um die beiden Teile Deutschlands behutsamer zusammenwachsen zu lassen?

In seinem Bericht über das Wendejahr von 1989/1990 erzählt Claus J. Duisberg, der als Leiter des »Arbeitsstabes Deutschlandpolitik« im Bundeskanzleramt maßgeblich an den innerdeutschen Verhandlungen beteiligt war, von der elementaren Dynamik der Ereignisse, denen sich die politisch Verantwortlichen gegenübersahen. Denn schon bald nach dem Fall der Mauer befanden sich sämtliche Institutionen der DDR in einem derart dramatischen Zerfall, dass alle Planungen, mit denen man die Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken versuchte, nur wenige Wochen Bestand hatten. Weder Bonn noch die alliierten Mächte konnten dem Gang der Dinge Einhalt gebieten, und auch Michail Gorbatschow war schließlich mehr ein Getriebener als ein Treibender. Einem Sturzbach gleich hatte sich die Einheit binnen weniger Monate hergestellt.

Der Bericht von Claus J. Duisberg ist nicht nur eine präzise, detaillierte und brillant erzählte Darstellung eines der glücklichsten Jahre in der Geschichte des 20. Jahrhunderts; er ist zugleich auch ein Lehrstück, dass in Zeiten revolutionärer Umbrüche die Geschichte selbst handelnde Kraft besitzt.