Tage des Überlebens. Sie verzichtete auf das Angebot der Deutschen Botschaft in Madrid, das Kriegsende in der Sicherheit des fernen Spanien abzuwarten, und kehrte im März 1944 zurück nach Berlin, weil sie sehen wollte, wie eine Weltstadt unterging. Diese Neugierde der passionierten Journalistin und Zeithistorikerin machte die Boveri zu einer unvergleichlichen Chronistin des Untergangs. In ihren Briefen aus der belagerten Stadt, die 1968 erstmals erschienen und nun in einer Neuausgabe vorliegen, berichtet sie von Feuerstürmen und Straßenkämpfen, von Tod, Hunger, Vergewaltigungen, von Hoffnungen, Enttäuschungen – und von der Kunst und dem Glück des überlebens.
»Im Ganzen ist das Buch zweifellos der nüchternste, klarste, am deutlichsten authentische Bericht, den es für die Zeit vom Februar bis zum September 1945 über Ereignisse und Erlebnisse in Deutschlands Hauptstadt gibt, ein Dokument ebenso scharfer und genauer Beobachtungen wie schonungsloser Analyse und Kritik am Eigenen wie am Fremden.«