Zwölf Brötchen zum Frühstück
Reportagen aus Auschwitz

Autor: Noah Klieger
Seiten: 160
Format: 12 x 20 cm
Broschur

Preis: 14,9 € (D), 15,4 € (A), 27,9 sFr

ISBN: 9783937989686

Erscheinungsdatum:
Oktober 2010

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Mit einem Vorwort von Henryk M. Broder
 »In Auschwitz konnte man sich das Überleben nicht vornehmen. Ich überlebte, weil Gott Wunder an mir tat.«
Einer der letzten Zeitzeugen erinnert sich
Heimat ist auch dort, wo Kargheit herrscht
»Klaus Schroeder vermeidet in seinem Buch „Das neue Deutschland. Warum nicht zusammenwächst, was zusammengehört“ alle Besserwisserei, also Ratschläge ex post. Er schildert eindrücklich die ökonomische Schlussbilanz der DDR, die verheerenden Zahlen, Daten und Fakten eines ökonomischen wie ökologischen Totalzusammenbruchs. Doch er belässt es nicht dabei. Sein Interesse gilt den fortwirkenden Identitäten, also dem, was nicht statistisch erfassbar, sondern nur lebensweltlich erfahrbar ist.«


- http://www.tagesspiegel.de/kultur/heimat-ist-auch-dort-wo...
Der Tagesspiegel

Noah Klieger im B.Z.-Interview
»Zwei Jahre lang träumte Noah Klieger (84) in Auschwitz vor dem Einschlafen davon, dass ihm beim Aufwachen frischer Kaffeeduft in die Nase steigen würde. Und von einem Tisch, auf dem Marmelade, Lachs, Käse, Eier und Butter stehen.
 
In dem Buch „Zwölf Brötchen zum Frühstück“ (14,90 Euro, wjs-Verlag) beschreibt er, wie ihm diese Sehnsucht half, Tag für Tag den Kampf gegen die grausame Realität durchzustehen. Die B.Z. traf Noah Klieger, der das KZ wie durch ein Wunder überlebte.«
 


- http://www.bz-berlin.de/kultur/literatur/er-ueberlebte-da...
B.Z.

Noah Klieger in der Deutschlandfunk-Sendung "Deutschland heute"
Mitschnitt von Noah Kliegers Veranstaltung im KZ Ravensbrück nachzuhören im Deutschlandfunk-Podcast


- feed://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/deutschlandheute/
Deutschlandfunk

Mit 84 Jahren präsentiert der ehemalige Auschwitz-Häftling Noah Klieger sein Buch
»Druckfrisch im Buchhandel: In Zwölf Brötchen zum Frühstück. Reportagen aus Auschwitz berichtet der dienstälteste Journalist Israels und hoch angesehene Zeitzeuge Noah Klieger von dem Grauen in den Todeslagern der SS, der Begegnung mit Josef Mengele, aber auch von skurrilen Episoden, die er auf seinem langen Leidensweg erlebt hat.
 
In Nordhausen musste Klieger nach dem berüchtigten "Todesmarsch aus Auschwitz" im Januar 1945 noch kurz vor Kriegsende im unterirdischen "V-Waffen-Stollen Mittelbau Dora" schuften und sich schließlich zu Fuß nach Ravensbrück schleppen, um dort endlich, am 29. April 1945 - nach insgesamt zweieinhalb Jahren Martyrium in KZ-Haft -, als 19-jähriger von der Roten Armee befreit zu werden.
Zuvor, 1941, hatte sich Klieger als 15-Jähriger in seiner Heimatstadt Straßburg einer jüdischen Untergrundorganisation angeschlossen und mit dieser 300 jüdische Kinder und Jugendliche aus dem von Deutschen besetzten Belgien in die Schweiz geschmuggelt. Dabei erwischt, waren er und seine Eltern von den Nazis verhaftet und nach Auschwitz verbracht worden.
"Ich wurde gerettet, um heute der Nachwelt Zeugnis abzulegen über diese schreckliche Zeit..." ist sich Noah Klieger sicher, und: "den jungen Deutschen sage ich: ihr könnt nichts für das, was passiert ist. Doch es waren Deutsche, die unser Volk vernichten wollten... Und so rede und schreibe ich gegen das Vergessen und Verleugnen."
 
"Niemals darf in der Knesset eine Rede auf Deutsch gehalten werden" hieß es im israelischen Parlament, als bekannt wurde, dass Angela Merkel am 17. März 2008 dies beabsichtige. Erst als Noah Klieger in einem flammenden Kommentar in "Yedioth Achronoth" den Politikern klar machte, dass es nicht die deutsche Sprache war, die für die Shoah (= Katastrophe; Holocaust=Massenmord) verantwortlich gemacht werden kann, gaben die meisten der Politiker ihren Protest auf. Angela Merkel lud Klieger, der acht Sprachen fließend beherrscht, später persönlich zu einem Abendessen ein.«


Hollenstedter Wochenblatt

Ein Zeitzeuge mahnt vor dem Vergessen
»Eine Lesung ganz anderer Art konnten Gäste in Röbel erleben. Dort  hat der Journalist Noah Klieger über sein Leben und Überleben im KZ gesprochen.
Eine atemlose Stille erfüllt den Raum. Kein Geräusch soll die schockierenden Schilderungen des 84-jährigen Noah Klieger stören. In der Alten Synagoge in Röbel berichtet der israelische Journalist von seinen Erlebnissen in Konzentrationslagern. Angekündigt war der Abend, organisiert vom ENGELschen Hof und der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, als Lesung aus seinem neuen Buch "Zwölf Brötchen zum Frühstück - Reportagen aus Auschwitz". Aber anstatt zu lesen, stellt er sich vor die rund 40 Gäste, darunter viele Schüler, und erzählt ihnen seine bewegende Lebensgeschichte.
Noah Klieger wurde 1926 in Straßburg geboren und schloss sich als Jugendlicher einer jüdischen Untergrundorganisation an. Ende 1942 wird er als 16-jähriger von der Gestapo in Belgien verhaftet und im Januar 1943 zusammen mit 1600 anderen Menschen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. "Sie sagten uns, es geht in Richtung Osten, in ein Arbeitslager", erinnert er sich. "Wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass dort schon längst viele liquidiert worden sind." Später setzten die Todesmärsche ein. Zunächst kam Klieger nach Thüringen in den Dora-Mittelbau, dann ging es weiter bis nach Ravensbrück.  Nach der Befreiung begab er sich auf die Suche nach seinen Eltern. In Brüssel fand er sie - wieder durch reinen Zufall - in einer Straßenbahn. Auch sie hatten die Lager von Auschwitz überlebt. "Nun mussten wir irgendwie von vorne anfangen", erzählt er. "Wir hatten ja nichts mehr."
Die Chance, aus einem Konzentrationslager lebend zu entkommen, war sehr gering. "Es gibt niemanden, der Auschwitz überlebt hat, weil er stärker, klüger oder gerissener war. Nur wer riesiges Glück hatte, kam zurück. Ich hatte riesiges Glück." Dies macht er für seine Zuhörer an Beispielen deutlich. So hatte ein jugoslawischer SS-Mann ihn und seinen Freund mit vorgehaltener Waffe von einem Lastwagen vertrieben, der Alte und Kranke direkt in die Gaskammern transportierte. Des Weiteren gab er sich als professioneller Boxer aus, obwohl er keiner war. "Da hörte ich einfach auf mein Bauchgefühl." Mit Hilfe eines echten Boxers konnte er seine Lüge aufrecht erhalten. Er hat zwar jeden Kampf verloren - gewann aber damit den Kampf gegen die Zeit und bekam zusätzliche Essensrationen, die ihn am Leben hielten. "Manchmal glaube ich, ich habe das alles nur überlebt, um davon erzählen zu können", sagt der alte Mann nachdenklich.
Nach dem Ende des Krieges flüchtete er wie tausend andere Holocaust-Überlebende nach Palästina und wohnt nun seit über 60 Jahren in Tel Aviv. Dort ist er bis heute Redaktionsmitglied der israelischen Tageszeitung "Yedioth Ahronoth" und damit der dienstälteste Journalist Israels. Sein Lebensmotto: "Nur wer lebt, der erlebt." Er hat beruflich und privat die ganze Welt bereist. Trotzdem wird seine Heimat immer Israel heißen.
Zum Ende appelliert er an seine Zuhörer: "Ich möchte Sie auch warnen: Folgen Sie keinem Führer. Denn: eine schlechte Demokratie ist noch tausendmal besser als eine Diktatur." «


Nordkurier

Nur der Tod kann mich befreien
»Klieger ist ein Jahrhundertzeuge, und das nicht nur wegen seiner eigenen Geschichte. Er spricht acht Sprachen und verfügt über die seltene Gabe eines riesigen Gedächtnisses. Als Journalist hat er sich nie Aufzeichnungen gemacht, er schreibt noch heute seine Stories "aus dem Kopf". Dieses Erinnerungsvermögen ist natürlich intakt, wenn der Holocaust-Überlebende berichtet, was ihm geschah - im Güterwagen, in den bis zu 200 Häftlinge gepfercht wurden, oder vorm Auschwitzer Todesarzt Mengele: "Mengele stand schon bei unserer Ankunft an der Rampe. Am zweiten Tag hieß es dann: Selektion! Wir wussten, dass unsere Stunde geschlagen hatte. Wir mussten uns nackt ausziehen. Ich war ein abgemagertes Skelett, meine Kniescheibe nicht stärker als mein Oberschenkel. Ich sagte zu mir: 'Noah, das ist Dein Ende. Wenn Du jetzt  nichts unternimmst, gehst du noch heute in die Gaskammer. Du hast nichts zu verlieren.' Ich sprach Mengele an: 'Herr Oberstabsarzt, ich bin noch sehr jung und stark genug und kann sicher noch sehr vieles leisten.' Ich erzählte ihm, dass ich aus Straßburg komme und mein Vater ein bekannter Schriftsteller sei. Mengele ließ sich meine Karteikarte geben, fragte: 'Du glaubst wirklich, noch arbeiten zu können?' Ich sagte: 'Ja.' Dann fragte Mengele einen Kapo, der zufällig Professor Weitz aus Straßburg war: 'Kennst du den? Willst du den haben?' Und der Kapo sagte: 'Wenn der Herr Oberstabsarzt ihn mir gibt, dann sehr gerne.' Ich kam also nicht ins Gas. Mengele selektierte weiter."«


Leipziger Volkszeitung