»Wider das Kleinbürger- und Spießertum«
»Sie lehnten alles, wofür die DDR und ihre offizielle Kultur stand, aus Prinzip ab: FDJ und Schule, den staatlichen Antifaschismus, die offizielle Popmusik. In 50 faszinierenden Geschichten erzählen Ulrich Jadke, Holm Kirsten, Jörn Luther und Thomas Onißeit in "Macht aus dem Staat Gurkensalat" von einer DDR, die kein uniform-graues Land war.«
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Deutschlandfunk
Großer Andrang zur Buchvorstellung
„Jahrestage sind vielleicht nicht mehr entscheidend, es geht um die kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema“ - mit diesem Zitat des Bundesbeauftragten der BStU Roland Jahn eröffnete der Bevollmächtigte des Freistaats Thüringen beim Bund, Reinhard Stehfest, am 9. November 2011 die gemeinsam mit dem wjs Verlag – Wolf J. Siedler jr. Berlin organisierte, offizielle Berlinpräsentation des Buches „Macht aus dem Staat Gurkensalat!“ in der Landesvertretung Thüringens.
Die vier Protagonisten des Buches Ulrich Jadke, Holm Kirsten, Jörn Luther und Thomas Onißeit stellten an diesem Abend Passagen aus ihrem in diesem Jahr erschienen Buch vor. Sie beschreiben ihre Jugend im Alltagsgrau der DDR, nicht zusammen, jeder einzeln für sich und doch gemeinsam.
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»Widerständige Jugendkultur in der DDR«
»Mit der Sprühdose eine Hausfassade zu verunzieren, das hätte in den 1980er Jahren einem westdeutschen Punk eine Jugend- oder Geldstrafe eingetragen. Ein junger Dissidenten in der DDR bekam für das selbe Delikt ein halbes Jahr Stasi-Knast. Wie das z.B. im verschlafenen Weimar 1983 zuging, das haben vier ehemals widerständige Jugendliche jetzt beschrieben. „Macht aus dem Staat Gurkensalat!“ heißt ihr Buch über den Zusammenprall zwischen der DDR-Staatsmacht und einer unangepassten Jugendkultur an dem Erinnerungsort der deutschen Klassik.«
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WDR3
»Warum die Revolution von 1989 eine Jugendrevolte war.«
"Ihre Geschichte ist keine politische Großgeschichte, nur die einer Jugend im Weimar der Achtzigerjahre. Aber sie wurde – fast wider Willen – zum Politikum, zum Skandal und Fanal, weil das DDR-System in seinem Wahn sie dazu machte.
Es begann mit Sprühereien an Hauswänden, und endete im Gefängnis. Vier der sechs haben jetzt ihre Geschichte aufgeschrieben: Ulrich Jadke, Holm Kirsten – Sohn des Schriftstellers Wulf Kirsten –, Jörn Luther und Thomas Onißeit.
In dem Buch kommt auch das Bekannte vor: Kirche, Opposition, Stasi, Gefängnis, Ausreise. Aber vor allem kommen die wahren Akteure vor und zu Wort – angstfrei, wie sie waren, nicht verdruckst und oft genug komisch."
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Welt am Sonntag
»Keine Abrechnung mit der DDR, sondern eine Auseinandersetzung, die Spaß macht.«
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MDR, Thüringen-Journal
»Hier übt niemand nachträglich die Heldenpose.«
"Warum sollte man gerade dieses neue Buch lesen, das vier Männer, heute alle Mitte 40, über ihre Jugend in Weimar geschrieben haben, eine Jugend im letzten Jahrzehnt der DDR?
Die einfache Antwort lautet: Weil sehr interessant und erhellend ist, was Ulrich Jadke, Holm Kirsten, Jörn Luther und Thomas authentisch von sich, ihren Freunden und Familien wechselweise zu erzählen haben. Vom Alltagsgrau der späten DDR, von kleinen Versuchen des Ausbruchs aus der großen Langeweile, von Sprüh-Aktionen in Weimar, folgender Haft im Erfurter Stasi-Knast und der Zeit danach."
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Thüringer Allgemeine
»Ausstieg aus verordneter Anpassung«
»Die damals 17- bzw. 18-jährigen Jugendlichen aus Weimer unterschied kaum etwas von ihren Altersgefährten in der DDR. Auch sie waren angeödet von einer Gesellschaft, die eine Diktatur war, also alles zu reglementieren versuchte. Jadke, Kirsten, Luther und Onißeit aber suchten und fanden ihre Freiräume. Wenn schon nicht von ihrem Äußeren her, so waren die vier von ihrer inneren Überzeugung her Punks. Sie wollten Spaß haben und provozieren. Es wurde viel und heftig getrunken. Filmrisse gab es aber nicht nur bei Partys, die nicht selten aus dem Ruder liefen (das Kapitel ›Die Party‹ von Holm Kirsten liest sich wie ein Stück aus dem Drehbuch zum Film ›Sonnenallee‹›ñ), sondern auch bei experimentellen Filmen, die man mit einer Super-8-Kamera und erkennbar viel Freude am Absurden drehte. Überhaupt liebten die vier Jungs kreative Provokationen. (...) Das Hinterlassen von Sprüchen auf Weimarer Hauswänden war für Jadke, Kirsten, Luther und Onißeit nur eine andere Form des Happenings. Man wollte provozieren, das aber witzig...
Wer dieses Buch gelesen hat, wird gewiss von jeder Form von Ostalgie kuriert sein.«
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Neues Deutschland
»Auf den Lehrplan der Schulen damit!«
»Den Beschreibern ihrer eigenen Jugend gelingt das seltene Kunststück, mit Distanz und Witz ein eigentlich schwer zu verdauendes Stück Repressionsgeschichte der jüngsten Deutschen Diktatur greifbar darzustellen. Amüsant, tieftraurig oder frech kobolzend. Der Staat schoss mit Kanonen auf seine renitenten Spatzen und platzierte seine Zuträger mitten in die bunte Schar. Dass fast dreißig Jahre vergehen mussten, um ein Buch über diese Zeit herauszubringen, hat dem Ergebnis nicht geschadet. Im Gegenteil, hier haben vier Protagonisten behutsam ausgewählt, geordnet und bedacht, was sich warum wie zugetragen hat und wie es sich erzählen lässt.«
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Weltexpress
»Mit Graffiti gegen die Langeweile.«
»Vor dem Nationalfeiertag noch mal loszuziehen, das war eine bewusste Enscheidung. Das war unser Kommentar zum 7. Oktober.«
Ein Gespräch über Ausbrecherversuche in der DDR
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Der Freitag